Antike-450

Der Diskuswerfer

Myron

Das Auge des Kurators

"Die paradoxe Harmonie zwischen der gewaltigen Torsion des Körpers und der absoluten Gelassenheit des Gesichts (Sophrosyne)."

Der Höhepunkt der frühen griechischen Klassik, in dem Myron den Moment zwischen höchster Anspannung und dem Abwurf festhält.

Analyse
Um 450 v. Chr. geschaffen, markiert Myrons Diskuswerfer den Übergang zum Hochklassizismus. Er fängt den "Rythmos" ein – den Moment höchster potentieller Energie. Die ursprüngliche Bronzetechnik erlaubte eine kühne Statik, die römische Marmorkopien nur mit Hilfe von Stützelementen imitieren konnten. Psychologisch verkörpert das Werk die "Sophrosyne", das Ideal der Selbstbeherrschung. Das Gesicht zeigt keine Anstrengung, was die Überlegenheit des Geistes über den Körper symbolisiert. Es ist keine individuelle Darstellung, sondern die Inkarnation der "Arete", der menschlichen Vortrefflichkeit.
Das Geheimnis
Moderne sportmedizinische Analysen zeigen, dass die Haltung anatomisch unmöglich für einen echten Wurf ist; Myron opferte die Realität der ästhetischen Wahrheit. Hitler kaufte 1938 die Lancellotti-Version als Symbol für das nationalsozialistische Schönheitsideal, bevor sie nach dem Krieg zurückgegeben wurde.

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Quiz

Welches ästhetische Konzept verwendet Myron, um den präzisen Moment festzuhalten, in dem die Bewegung die Richtung ändert?

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Institution

Musée National Romain (Palazzo Massimo alle Terme)

Standort

Rome, Italien