Romantik1818
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Caspar David Friedrich
Das Auge des Kurators
"Die zentrale Figur in Rückenansicht (Rückenfigur), die als Vermittler zwischen dem Betrachter und der nebligen Unendlichkeit dient."
Das absolute Symbol der deutschen Romantik, das die metaphysische Konfrontation zwischen Mensch und dem Natur-Erhabenen illustriert.
Analyse
Um 1818 gemalt, verkörpert dieses Meisterwerk von Caspar David Friedrich das Wesen der deutschen Romantik: die Suche nach dem "Erhabenen". Im Gegensatz zu klassischen Landschaften ist das Werk keine bloße Nachahmung der Natur, sondern eine "Seelenlandschaft". Der Wanderer wird zum Verbindungspunkt zwischen der festen, dunklen Erdenwelt im Vordergrund und dem dampfförmigen, fast göttlichen Jenseits des Hintergrunds.
Der historische Kontext ist der eines Deutschlands auf der Suche nach nationaler Identität nach den Napoleonischen Kriegen. Der Wanderer trägt den altdeutschen Rock, eine starke politische und patriotische Wahl. Psychologisch erforscht das Werk die existenzielle Einsamkeit und das Gefühl der Bedeutungslosigkeit des Individuums gegenüber der Unendlichkeit.
Wissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass diese Landschaft eine zusammengesetzte Konstruktion ist, eine "Montage" mehrerer realer Orte aus dem Elbsandsteingebirge. Friedrich malte nie direkt vor Ort, sondern setzte Skizzen im Atelier neu zusammen. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass der Mann im Rücken ein posthumes Porträt eines sächsischen Offiziers sein könnte.
Ein weiteres Geheimnis liegt in der Wahrnehmung des Nebelmeeres als Metapher für die Grenze zwischen Leben und Tod. Der Wanderer steht an der Grenze der bekannten Welt und blickt auf einen Horizont, der den Augen der Sterblichen verborgen bleibt. Die Verwendung feinster Pigmente erzeugt eine atmosphärische Tiefe.
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